Weingut Machherndl

Frühroter Veltliner Smaragd 2006

Ein wunderbarer Wein aus dem Jahre 2006 von einem Winzer der darauf ausgelegt ist lang lagerfähige Weine zu produzieren.

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14,00 € / Fl.
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Informationen
 
Weingut
 
Kostnotiz
Speiseempfehlung
Anbaugebiet
 

Winzer:

Weingut Machherndl

Land:

Österreich

Anbaugebiet:

Wachau

Rebsorten:

Frühroter Veltliner

Jahrgang:

2005

Geschmack:

trocken

Alkoholgehalt:

12,6 %

Säure:

ka

Restzucker:

ka

Füllmenge:

0,75

Dieser Wein ist eine Probe wert. Ein reifer Wein aus dem Jahre 2006. Ein außergewöhnliches Erlebnis wird Sie erwarten. Dies sind einer der wenigen noch erhältlichen Frühroten Veltliner vom Weingut Machherndl die käuflich zu erwerben sind. Die aufwendige Sortentypische Produktion lohnt sich eigentlich nicht in der Wachau. Sozusagen ein Hobby von engagierten Winzern mit Interesse an außergewöhnlichem.

Weingut Machherndl

Weingut Machherndl

Das Weingut Machherndl zwischen Weissenkichen und Spitz, in den besten Lagen der Wachau gelegen, produziert edle Weine, die zur absoluten Spitze der Wachau gehören.  Erich Machherndl hat „Weine die es nicht geben kann“, die aber es eben doch gibt – und die er als einziger in Österreich in kleinen Mengen hat.

Denken Sie an die Baujuwele der Stifte Melk und Göttweig in eine Zeit zurück, wo für bestimmte Menschen Geld im Überfluss vorhanden und Genussbereitschaft fast der Lebensinhalt des Klerus und des Adels war. In dieser Zeit lieferte das Stift Zwettl durch 350 Jahre besondere Weißweine an die Päpste Roms (nachzulesen in den Annalen des Stiftes). In dieser Zeit wurde auch der Zarenhof, wo Juwelen als Gastgeschenk so „nebenbei“ gereicht wurden, so wie die Könige von England von Inner-Österreich mit Wein bedient (Robert Schlumberger, Der Weinhandel in der Monarchie, 1903).
Das Beste war gut genug. reife Trauben von Arten, die es heute noch gibt bildeten die Grundlage des Seihmost, welcher ohne Pressvorgang aus der Presseinrichtung entweder mit einer Weinpresse oder mit den blanken Füßen getreten wurde. Mit dem ganz wenigen unter leichtem Druck erzeugten Most wurden gesondert Fässer gefüllt. Die nächste Most diente dem mittleren Klerus und hohen Beamten, das letzte war der Haustrunk fürs Gesinde.

Der Wein gärte und ruhte – 4, 5, 10, 20 Jahre und länger bis er reif war - im Gebinde. Manche Weine reiften über Generationen. Bei Esterhazy sogar eine Beerenauslese 360 Jahre! Ich weiß, es klingt nach „Münchhausen“ aber Sie können das leicht nachlesen: im Archiv der Fürstenfamilie in Eisenstadt. Es war eine andere Welt!

Heute muss der Winzer jedes Jahr danach trachten, noch im gleichen Jahr seinen Wein zu verkaufen; bis auf Rotweine wo 2 oder 3 Jahre kein Problem darstellen. Denn die Kosten von heute (Maschinen, Treibstoff, Steuern, usw.) zwingen ihn dazu. Die Lagerhaltung aus 5, 10 oder 15 Ernten mit Behältern usw. ist unmöglich zu finanzieren. So beginnt man schon bei der Lese und beim Pressen mit Hilfen (im Fachbereich Schönungen genannt) und vielen Maßnahmen, wie mit Reinhefen, pektinspaltenden Enzymen, Tempo zu machen; nach der Gärung rasch von der Hefe zu ziehen und zu füllen – das ist ein Muss. Tolle Weine entstehen - aber was im Weißweinbereich wirklich möglich ist, erlebt man kaum noch. Denn diese Weine verderben durch die Maßnahmen von heute schnell. Alte Weine sind zumeist ein „grausamer“ Genuss.

Machherndl produziert aber bewusst reife Weine in der Tradition von einst. Sein System mit seinen Stammkunden ist so gewachsen. Es geht so weit das Kunden im Grunde die „Lagerkosten“ übernehmen, sonst wäre dieser Weg nicht möglich. Für bestimmte, dafür produzierte Weine wird garantiert und rückgekauft.

Ein 1986er Weißburgunder, unvorstellbar! Eine Fülle von feinen Aromen, der Ton der Bernsteinsäure, die sich aus der Malonsäure wandelt, hat nicht gar nichts mit Alterston o.ä. zu tun, sondern ist schlicht ein unfassbares Erlebnis! Dadurch versteht man den Beginn: warum in dieser Zeit diese Weine mit Ross und Wagen nach Rom, nach Petersburg, usw. geliefert wurden. Reifer Weißwein bedarf einer gänzlich anderen Einstellung. 5 oder 6 Jahre bei Machherndl im Keller zu ruhen, ist normal. Dann bei seinen Kunden 10, 20 Jahre zu reifen ebenso. Aber nicht jede Sorte ist dafür geeignet.

Diese Weine sind keine ruhende, tote Lösung, sondern sie sind lebendig. Nach 10 Jahren können sie wieder frisch wirken - ganz lebendig - dann wieder etwas verändert. Bei jedem Durchkosten sind neue Höhepunkte zu finden.

 

Kostnotiz: Reife Noten, kräftige Mandelaromatik

Speisempfehlung: Pobieren Sie Ihre eigenen Kreationen.

Wachau

Wachau

Viel beschrieben was gibt es dazu noch zu sagen?

Klar die Wachau ist ein Traumland, eine Traumregion mit mit edelsten Weingütern die nicht nur auf Knoll, F.X. Pichler, Hirzberger, und Prager reduziert sind. Tolle Weine von Weltruf finden sich fast in jedem Winzerbetrieb. Die Wachau ist reich an Geschichten, aber der  Weinbau hat seine Wurzeln in der Armut der Bauern. In diesem Flusstal fehlten die Gründe für Korn, Kartoffel oder Viehzucht. Es gab nur die Berge mit kleinsten Flecken die den Berghängen abgerungen wurden. Deshalb verdingten sich die einheimischen Bauern als Knecht in der Flussschifffahrt (das Schifffahrtmuseum in Spitz zeigt einprägsam dieses Leben). Um Leben zu können, hatten die Bauern in den kleinen Weingärten die  Zwischenkulturen mit  Karotten, Kraut, Rüben und Kartoffel gepflanzt. Gras für die Ziegen war auch noch vorhanden.

Das war die eine Seite. Die prächtige Bauten in Wösendorf, Weissenkirchen, Spitz, Loiben oder Dürnstein zeigen aber Wohlstand und Reichtum. Dieser gehörte den Adel und den Klöster. Diese Entwicklung ist im Grunde auf dem Stift  Passau und der Bayrischen Besiedlung beruhend.  Passau war eines der ersten Klöster die in der Wachau einen Lesehof errichtete. Es folgte Kloster um Kloster. Viele davon sind heute nur mehr als Namen in der der Wachau wie der Tegernseerhof bestehend. Die Adelsfamilie Dietrichstein hatte als Beispiel ein weit verzweigtes Weinbauimperium, dass über Nikolov  (Nikolsburg - heute in Tschechien liegend), Hollenburg, den Zöbinger Heiligenstein bis zur Loiben in der Wachau reichte. Der Reichsabgeordnete Dietrichstein  gründete auch eine große Kellerei in Loiben, die als Basis des ersten tatsächlichen Handelsbetriebes der Wadchau diente. Die Reste davon sind im alten Felsenkeller in Loiben zu finden.

Das spannende und besondere der Wachau ist, das eigentlich drei Männer, der Wirt Herr Jamek, der Bürgermeister von Spitz Herr Hirzberger und der aus dem Waldviertel stammende Herr Prager, die Wachauer und deren Weine zu dem machten was sie heute darstellen.

Die Vorgeschichte: Lenz Moser entwickelte die so genannte Hochkultur. Diese Erziehungsart verursachte eine Revolution. Sie erlaubte wesentlich höhere Erträge, verbunden mit geringerem Arbeitsaufwand. In dieser Zeit gab es eine österreichweite "Empfehlung" der Obrigkeit,  für die Anlieferung an die Genossenschaften, nach denen sich auch die Händler richteten.

Mit der Hochkultur waren 12.000 bis 18.000 Kilogramm Lese pro Hektar normal, die Wachau konnte mit ihren Berglagen und kleinen Flächen nicht einmal ansatzweise in den Erträgen mithalten. Die Zeitung der Kurier titelte "die Wachau stirbt" ein tatsächlicher Absterbeprozess war im Laufen. Die oben genannten setzten sich in dieser tristen Situation zusammen und suchten einen Weg. Die Erkenntnis war  absolute Qualität zu produzieren. Ein schwieriges Thema in der Zeit als der "Doppler " dominierte.  

Diese Herren, insbesondere Herr Jamek, holten Journalisten in die Wachau. Sie bemühten sich und bearbeiteten ihre Kollegen, die zu Beginn auch sehr skeptisch waren, in Richtung Qualität. Der Politik passten diese Wege nicht. Als z. b. Herr Jamek 1964 den ersten Wein ohne Zuckeraufbesserung produzierte, gab es eine riesen Aufregung: untrinkbar usw. (Bei hochwertigen Weinen gibt es heutzutage keine Aufbesserung mehr). Schon im Jahre 1966 füllte bereits Herr Hirzberger sowie auch  Herr Prager ohne Aufbesserung ab. Diese Idee begann sich in der Wachau durch zu setzen.

Die Realität der Jahre von 1960 bis 1970 war aber weitgehend eine andere. Ein weiteres Beispiel: Bei Rotwein wurde von den Verbänden des Weinbaues auch empfohlen die größte möglichen Mengen zu Ernten die dann mit Deckwein gefärbt wurde. Diese Deckweine von der Südimport, untrinkbare grauenhafte Weine färbten die rötliche Masse und der Zucker gab den Geschmack. Für die Zucker Industrie, der staatlichen Düngerindustrie war diese Entwicklung ein Traum. Für den Staat der dadurch Devisen einsparte ebenso. Aber dann kamen drei Wachauer die dagegen ankämpften. Der legendäre Leiter  der Genossenschaft Dürnstein Herr Ing. Schwengler, schloss sich dieser Entwicklung fast brachial an. Er veränderte den Namen Genossenschaft Dürnstein in Freie Weingärtner - ein Sakrileg.

Letztlich bewirkte diese Entwicklung der drei Herrn eine totale Veränderung des österreichischen Weinbau. Heute wird kolportiert das der Glycolskandal (der im Grunde keiner war, es wurde das natürliche Glyzerin mit einem technischen Produkt Glycol zur Abrundung eingesetzt. Heute wo Gummi Arabicum als erlaubte Weinfremde Zugabe eingesetzt wird, eine Bagatelle) Die tatsächliche Ursache für den Qualitäts Weinbau heute war die Wachau in der ab 1960 die Richtung gelegt wurde.   

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