Weingut Piriwe

Der stille König der Thermenregion: „Pepi“ Piriwe

„Pepi“ Piriwe bewahrt eine Art des Weinmachens, die heute beinahe verschwunden ist. Seine Weine entstehen aus dem tiefen Verständnis für einen außergewöhnlichen Ort, dessen Geschichte einst weit über die Grenzen Österreichs hinausreichte.

Heute unfassbar, aber die Region rund um Gumpoldskirchen entwickelte sich durch die Klimaanomalie, bedingt durch die von der Thermenlinie ausgelösten „Fußbodenheizung“, zu einem Weinort, der bis 1914 sogar in Frankreich als einer der drei besten Weinorte der Welt definiert wurde – gleichgestellt mit Bordeaux. Französische Weingüter wie z. B. das Château d’Yquem studierten vor Ort, wie die reifen Weine von großer Fülle hergestellt wurden. Das Château d’Yquem versuchte, durch das Auflegen von Steinplatten als Wärmespeicher für große natursüße Weine ähnliche Voraussetzungen wie in der Region Gumpoldskirchen zu schaffen. Eine französiche Familie, die einst vor Ort diese Machart und Gegebenheiten studierte, blieb einfach da – die Vorfahren von „Pepi“ Piriwe.

Piriwe, ein ganz stiller Mensch, betreibt knapp 15 Hektar Weingärten aus sorgsam ausgewählten Rieden, die den großen Ruf in der Alten Welt hatten. Seine Machart ist heute fast ausgestorben, weil im Grunde unmöglich, außer man betreibt den Weinbau für sich als faszinierendes Naturerlebnis wie in der Zeit vor Chemie. So reifen beispielsweise mehr als 15.000 Flaschen mancher Weine sogar über Jahrzehnte, bis sie ihr absolutes Können an Genuss und Freude entfalten und schließlich in den Verkauf gelangen. Seine Welt ist nicht die von Gestern, sondern alles, was die Rebe kann – auch im Zeitgeist. So sind etwa auch die Natural-Orange Weine sein Bemühen wert – das zeigt der Gaumen.