Ausgewählt:

Sciaglìn IGP 2023

 13,50 inkl. MwSt

Sciaglìn IGP 2023

 13,50 inkl. MwSt

19,29 € / Liter
Lieferzeit nach Zahlungseingang 2-3 Werktage

Über Jahrhunderte hinweg wurde Sciaglin in Friaul, insbesondere auf den Hügeln rund um Spilimbergo, kultiviert, ist jedoch in den letzten 100 Jahren fast in Vergessenheit geraten.

47 vorrätig

Weingut: Emilio Bulfon
Anbaugebiet: Friaul
Kostnotiz:Strohgelb mit feinen grünen Reflexen, blumig und aromatisch, trocken, warm, frisch und nachhaltig
Speiseempfehlung:Omeletts, aromatische erste Gänge wie Risotto mit Frühlingskräutern oder mit Seefisch, Spaghettoni mit frischer Bottarga vom Steinbutt, Nudeln mit Gemüsesaucen, Spargel.
trocken | 0,75l | 14,0 %

Beschreibung

Sciaglin ist ein  Weißwein, der aus einer alten, regionalen Rebsorte gewonnen wird. Über Jahrhunderte hinweg wurde Sciaglin im Friaul, insbesondere auf den Hügeln rund um Spilimbergo, kultiviert, ist jedoch in den letzten 100 Jahren fast in Vergessenheit geraten. Ein bedauerlicher Verlust! Denn aus Sciaglin lassen sich ausgezeichnete Weißweine kreieren.

Diese Rebsorte bringt leicht aromatische Weißweine hervor, die für italienische Verhältnisse eine erfrischende Säure aufweisen. Der Duft ist dezent, während die Aromen, besonders bei günstiger Lage der Weinberge, an reife helle Früchte erinnern. Mandeln und ein zarter, buttriger Schmelz vervollständigen das harmonische Gesamtbild.

Dieser Wein zeichnet sich durch eine ausgeprägte Persönlichkeit aus und verlangt nach feinen, aromatischen Speisen, die ihm ebenbürtig zur Seite stehen.

Zusätzliche Informationen

Gewicht 1 kg
Friaul Banner

Friaul-Julisch Venetien – wo Geschichte, Grenzland und Charakter ins Glas kommen

Friaul ist kein lautes Weinbaugebiet. Es drängt sich nicht auf. Aber wer hinhört, merkt schnell: Hier erzählt jeder Wein eine Geschichte. Eine lange, manchmal widerspenstige – geprägt von Grenzverschiebungen, Fremdherrschaft, Erfindergeist und einem tiefen Respekt vor dem Boden.

Schon die Römer machten Friaul zu einem wichtigen Weinlieferanten. Später kamen Klöster, Patriarchen, Händler – und schließlich die Habsburger. Über Jahrhunderte stand ein großer Teil der Region unter österreichischer Verwaltung. Das hinterließ Spuren: nicht nur kulturell, sondern ganz konkret im Weinbau. Während andere Regionen an Rebkrankheiten zerbrachen, setzten die Habsburger hier auf Struktur, Rebschulen und Wissenstransfer – unter anderem aus Klosterneuburg. Internationale Sorten wie Sauvignon Blanc oder Pinot Grigio fanden damals ihren Weg ins Friaul. Und blieben.

Heute liegt die wahre Seele der Region in ihren autochthonen Rebsorten:
Friulano mit seiner feinen Kräuterwürze und dem bittermandeligen Schluss.
Ribolla Gialla – straff, säurebetont, fast kompromisslos frisch.
Schioppettino, Pignolo oder Tazzelenghe – Rotweine mit Ecken, Würze, Pfeffer, Tannin und Charakter. Keine Weine zum Gefallen, sondern zum Erinnern.

Das Terroir tut sein Übriges. Zwischen Alpen und Adria entsteht ein Spannungsfeld aus kühlen Nächten und warmen Tagen. Die berühmten Ponca-Böden – brüchiger Mergel und Sandstein – zwingen die Reben tief zu wurzeln. In den Ebenen der Grave speichern Kieselsteine Hitze, im Karst kämpfen Reben im roten Kalkboden ums Überleben. Leichte Bedingungen sind das nicht. Aber große Weine entstehen selten im Komfort.

Friaul ist bis heute ein Grenzland: geografisch, kulturell, sprachlich. Italienisch trifft auf Friulanisch, Slowenisch auf österreichisches Erbe. Vielleicht erklärt genau das, warum die Weine hier nie beliebig sind. Sie wollen Haltung zeigen.

Friaul-Weine sind keine Mode. Sie sind Herkunft. Geschichte. Und eine klare Handschrift im Glas.